Pressestimmen vom 29.11.2010
Die Wundertüte „Handball-Landesliga Mitte“ geizte auch am letzten Wochenende nicht mit Überraschungen. Die drei führenden Mannschaften ließen allesamt Federn – von den letzten 5 Teams blieb nur unsere Mannschaft ohne Punkte.
Weil beim TSV Södel erst ein Sieg auf der Habenseite steht, darf man sich auch nicht wundern, wenn die Gegen mit wenig Respekt in die Turnhalle nach Södel reisen. Im „Wiesbadener Tageblatt“ wird das Gastspiel der TG Hochheim/Wicker dann auch bereits als „Pflichtsieg“ abgetan. „Denn dass wir diesen Gegner schlagen mussten, war von Beginn an klar“, sagte Hochheims Trainer Koch, „allerdings haben wir einen deutlichen Sieg verpasst, weil wir zu viele Angriffe ungeduldig gespielt, zu überhastet abgeschlossen und auch im Überlaufspiel zu viele Chancen liegen gelassen haben.“
Keine Einstellung, keine Punkte. Kein Wunder, dass Idsteins Trainer Martin Cremers – dessen Mannschaft nächste Woche den TSV Södel empfängt - nach der 27:35 (16:21)-Pleite seines TV Idstein im Landesliga-Duell gegen die Handballer des VfL Goldstein im Wiesbadener Tagblatt schimpfte wie ein Rohrspatz: „Wir haben völlig verdient diese Klatsche kassiert, weil wir einfach nur schlecht gespielt haben, das hatte mit Handball nichts zu tun“, wetterte der TVI-Trainer, „wir sind dabei, uns mit diesen Leistungen die guten Ergebnisse der letzten Monate vollkommen zu zerstören.“ Weil die Gäste gegen den Aufsteiger mit „mangelnder Einstellung und völliger Selbstüberschätzung“, so Cremers, zu Werke gingen, Goldstein jegliche Freiheiten erlaubten. „Unsere Torhüter wurden total allein gelassen“, schimpfte Cremers, „21 Gegentoren, die wir zur Pause schon hatten, haben wir in anderen Partien im ganzen Spiel nicht kassiert.“
Die TSG Münster II sorgte dagegen für einen Höhepunkt des Spieltages. Sie siegte beim Tabellenführer TSG Oberursel mit 35:32. Dabei lagen die Gäste nach neun Minuten erst einmal mit 1:6 hinten. «Da habe ich erst einmal die Auszeit genommen und die Mannschaft geweckt», meinte Trainer Stefan Hartmann in der FNP. Das wirkte: Nach gute einer Viertelstunde glich Münster zum 8:8 und blieb auch in der Folge dran. dran. Nach dem Wechsel lagen dann zumeist die Münsterer knapp vorne. In der 49. Minute hielt Lieb einen Strafwurf beim Stand von 26:25, danach setzte sich Münster Team kontinuierlich bis auf 35:30 kurz vor Schluss ab. «Das war eine geschlossene Mannschaftsleistung. Viele Spieler waren erfolgreich», freuten sich die Münsterer. Dem Tabellenführer dagegen halfen auch die 10 Tore von Andre Hitzel nicht.
Als Gewinner des Wochenendes kann sich die TSG Eddersheim fühlen. Der Aufsteiger ist nach dem 32:28 beim TV Mainzlar an das Spitzentrio herangerückt und mit dem TV Petterweil gleichgezogen. Die Gäste lebten laut FNP von ihrem stabilen Innenblock mit dem genesenen Tim Strieck und Henryk Stalev, hinter denen Jens Ellermann eine starke Partie machte. Hervorheben wollte Trainer Thorsten Schmitt die linke Angriffsseite mit Strieck, Pohle und Tomaßen. Auf der Homepage des TV Mainzlar wird dagegen von einer schwachen LL-Partie gesprochen. Mainzlar konnte dabei seinen Top-Shooter Oliver Kern verletzungsbedingt nur sporatisch einsetzen. 10 Tore von Höpfner reichten gegen den Aufsteiger nicht.
Im Derby gewann HSG Anspach/Usingen gegen TSG Ober-Eschbach mit 26:24. Und es ging anscheinend hoch her im Taunus. Laut FNP gab es vor stattlicher Zuschauerkulisse 38 Strafminuten und zwei rote Karten für die HSG. Dabei bestimmten die Gastgeber über die Spielstände 5:1, dann mit 8:4 und 13:6 bis zur 15:11-Halbzeitführung. Nach dem Wechsel aber kamen die Gäste auf 22:21 heran, die Punkte blieben aber in Anspach. «Heute muss ich der gesamten Mannschaft ein Lob zollen, die unheimlich gefightet hat. Vor allem nach den beiden Roten Karten», kommentierte HSG-Trainer Thomas Heller.
Auch die HSG Dilltal hat im Abstiegkampf etwas Luft verschafft. Im Bezirks-Derby gegen die HSG Wettenberg siegte die Mannschaft von Trainer Andreas Klimpke nach 60 nervenaufreibenden Minuten mit 32:31(15:15). Auf Wettenberger Seite war die Enttäuschung natürlich groß: „Bei uns hat heute außer Jonas Leib kein Akteur Normalform gehabt“, analysierte Torhüter Martin Risse im Giessener Anzeiger. Von Beginn an erlebten die 300 Zuschauer ein typisches Derby und einen offenen Schlagabtausch der mit einem 15:15 Halbzeitstand endete. Nach Wiederanpfiff sollte es spannend bis zum Schluss bleiben, wobei Dilltal sich nun einen kleinen Vorteil erspielte. Doch auch nach dem 24:19 steckte Wettenberg nicht auf. Mit einer doppelten Manndeckung kam die auswärtige HSG auf 24:26 heran. Fünf Minuten vor dem Ende glich Wettenberg zum 29:29 aus. Die Entscheidung sollte 40 Sekunden vor dem Ende fallen: Daniel Textor traf zum Dilltaler 32:31, der letzte Wurf von Niklas Puhl war sichere Beute von Michael Rocksien.
Auch der TV Hüttenberg II ist weiter im Aufwind und überrascht mit Remis in Petterweil. „Wir haben jetzt zwei Spiele hintereinander nicht verloren“, hatte Hüttenbergs Trainer Axel Spandau gute Laune. Denn er konnte sich nach dem klaren Heimsieg gegen die HSG Anspach/Usingen nun über ein – laut Giessener Anzeiger - hochverdientes 27:27 (15:14)-Remis beim Tabellendritten TV Petterweil in der Handball-Landesliga Mitte der Männer freuen. Hüttenberg dominierte in der ersten Halbzeit die Partie wie Petterweil die ersten 20 Minuten des zweiten Spielabschnitts. Mit einer knappen 15:14-Pausenführung zugunsten der Zweitliga-Reserve wurden die Seiten gewechselt. Nach der Pause kam die Zeit von Peschke, der vom 15:15 bis zum 19:18 alle Petterweiler Tore erzielte. Dann führte der Gast zwar 21:20, Petterweil nahm das Heft aber wieder in die Hand und ging mit 24:21 (48.) in Führung. „Wir haben dann in der Abwehr umgestellt und Manndeckung gegen Peschke gespielt“, erläuterte TVH-Trainer Spandau. Der TVP hatte damit große Probleme und Hüttenberg glich beim 26:26 wieder aus. Peschke vergab dann per Siebenmeter die Petterweiler Führung, die dann aber Olbrich mit dem 27:26 gelang. Doch Kaletsch schaffte gut 40 Sekunden vor dem Abpfiff noch den 27:27-Endstand.
